Heidelberg hat eine Bausubstanz, um die andere Städte es beneiden. Für die Elektrik ist sie eine Herausforderung. Hohe Decken, Stuck, alte Dielen und dicke Wände sehen schön aus, machen aber jede neue Leitung aufwendiger. Dazu kommen Mehrfamilienhäuser, in denen ein Zählerschrank viele Parteien versorgt und jede Änderung mit Eigentümern, Verwaltung und Mietern abgestimmt werden muss.
Gründerzeit in Weststadt, Neuenheim und Bergheim: Elektrik mit Rücksicht
In den Gründerzeitvierteln stammt die Leitungsführung oft aus mehreren Epochen. Ursprüngliche Leitungen wurden später ersetzt, verlängert oder einfach stillgelegt. Nicht selten finden wir in einer Wohnung neue Steckdosen an alten Leitungen ohne Schutzleiter. Unser Ziel ist, neue Leitungen so zu führen, dass Stuck, Holzböden und Türrahmen möglichst unberührt bleiben. Dafür nutzen wir vorhandene Schächte, Sockelleistenkanäle oder Leitungswege über den Flur.
Eine Komplettsanierung lohnt sich am meisten bei einem Mieterwechsel oder einer Kernsanierung. Ist das nicht möglich, gehen wir abschnittsweise vor. Zur Vorbereitung hilft unser Ratgeber Elektrik im Altbau erneuern.
Typisch für Gründerzeitwohnungen sind auch Küchen und Bäder, die in den letzten Jahrzehnten modernisiert wurden, während der Rest der Wohnung an alten Leitungen hängt. Induktionskochfeld, Geschirrspüler und Backofen brauchen eigene Stromkreise. Fehlen sie, lösen Sicherungen aus oder Leitungen werden zu warm. Eine neue Küche ist deshalb ein guter Anlass, Zuleitung und Unterverteilung der Wohnung gleich mitzuprüfen.
Mehrfamilienhaus: Zählerplätze, Prüfung, Zuständigkeiten
Im Mehrfamilienhaus ist der Zählerschrank meist der Engpass. Wer eine Wallbox in der Tiefgarage, eine Wärmepumpe oder eine Solaranlage anschließen will, stößt schnell an die Grenzen alter Zählerplätze. Nach den technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers muss dann oft der gesamte Zählerplatz neu aufgebaut werden. Das betrifft alle Parteien und braucht in der Regel einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft.
| Wer | Was typischerweise ansteht |
|---|---|
| Eigentümergemeinschaft | Zählerschrank im Keller, Treppenhausbeleuchtung, Steigleitungen, Ladeinfrastruktur in der Tiefgarage |
| Vermieter | sichere Elektrik in der Mietwohnung, regelmäßige Prüfung als Teil der Verkehrssicherungspflicht |
| Mieter | Änderungen nur nach Absprache mit dem Vermieter, Steckersolargerät mit dessen Zustimmung |
| Laden oder Praxis im Erdgeschoss | wiederkehrende Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 |
Für Vermieter ist ein regelmäßiger E-Check eine gute Möglichkeit, den Zustand der Anlage zu dokumentieren. Für private Vermieter ist er nicht ausdrücklich vorgeschrieben, er hilft aber, die Verkehrssicherungspflicht nachweisbar zu erfüllen.
Ein eigenes Thema sind Nachtspeicherheizungen, die in manchen älteren Heidelberger Wohnungen noch hängen. Wer sie gegen eine Wärmepumpe oder andere Heizung tauscht, gewinnt Platz im Zählerschrank, braucht aber oft neue Stromkreise für andere Verbraucher. Auch beim Rückbau gilt: Ältere Speicherheizgeräte können asbesthaltige Bauteile enthalten. Den Ausbau übernimmt dann ein dafür zugelassener Fachbetrieb, den elektrischen Anschluss und die Anpassung der Verteilung übernehmen wir.
Photovoltaik in Heidelberg: was in der Stadt möglich ist
Auf Einfamilienhäusern in Stadtteilen wie Handschuhsheim oder Rohrbach unterscheidet sich eine Solaranlage kaum von einer im Umland. Schwieriger wird es in der Altstadt und bei Kulturdenkmalen. Baden-Württemberg hat die Regeln für Solaranlagen auf Denkmälern gelockert, eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde ist in der Regel trotzdem nötig. Wir klären vorab, welche Unterlagen gebraucht werden.
Auf Mehrfamilienhäusern stellt sich die Frage, wer den Strom nutzt. Modelle wie Mieterstrom oder die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung sind rechtlich möglich. Sie brauchen aber ein passendes Messkonzept, Absprachen mit dem Netzbetreiber und eine saubere Abrechnung. Die elektrotechnische Seite planen wir mit Ihnen. Für Verträge und Steuern sollten Sie zusätzlich einen Steuerberater oder spezialisierten Dienstleister einbeziehen.
In vielen Heidelberger Wohnanlagen wächst außerdem der Wunsch nach Ladepunkten in der Tiefgarage. Hier ist ein gemeinsames Konzept besser als einzelne Wallboxen, die nacheinander angeschlossen werden. Ein Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung auf alle Fahrzeuge, ohne dass der Hausanschluss sofort verstärkt werden muss. Zu Anmeldung und § 14a EnWG gibt es unseren Ratgeber Wallbox anmelden.
Wie ein Auftrag in Heidelberg abläuft
Fotos und erste Einschätzung
Schicken Sie uns Bilder von Zählerschrank, Verteilung und den betroffenen Räumen. Oft lässt sich so schon klären, was vor Ort zu tun ist.
Termin vor Ort
Wir messen, schauen in Verteiler und Dosen und besprechen Leitungswege. Im Mehrfamilienhaus gern gemeinsam mit der Hausverwaltung.
Angebot und Abstimmung
Sie bekommen ein schriftliches Angebot. Für Eigentümergemeinschaften liefern wir die Unterlagen für den Beschluss.
Ausführung
Wir arbeiten abschnittsweise und halten Treppenhaus und Wohnungen sauber. Stromabschaltungen sprechen wir vorher mit allen Parteien ab.
- etwa 15 km
- von Wiesloch bis Heidelberg
- 800 W
- Wechselrichterleistung für vereinfachte Steckersolargeräte
- 32 A
- bis zu diesem Wert brauchen neue Steckdosenkreise einen FI-Schutz
Unser gesamtes Leistungsspektrum, vom Zählerschrank bis zur Wallbox, finden Sie bei unserem Elektriker in Wiesloch.







