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Nahaufnahme einer Unterverteilung mit Leitungsschutzschaltern und FI-Schutzschalter

FI-Schalter löst aus: Ursachen finden und richtig reagieren

Wenn der FI-Schalter auslöst, hat er meist einen Fehlerstrom erkannt und genau seine Aufgabe erfüllt. Wir zeigen, wie Sie die Ursache sicher eingrenzen und ab wann ein Elektriker ran muss.

· 8 Min. Lesezeit · TaBi Elektro

Wenn der FI-Schalter auslöst, hat er in den allermeisten Fällen einen Fehlerstrom erkannt: Strom fließt nicht wie vorgesehen zurück, sondern über einen anderen Weg ab, zum Beispiel über ein defektes Gerät, Feuchtigkeit oder eine beschädigte Leitung. Die häufigsten Ursachen sind defekte Haushaltsgeräte, Feuchtigkeit in Außensteckdosen oder Gartenleuchten und beschädigte Kabel. Sie können die Ursache oft selbst eingrenzen, indem Sie alle Geräte ausstecken und den FI wieder einschalten. Lässt er sich gar nicht mehr einschalten, löst er ohne erkennbaren Grund immer wieder aus oder riecht es verbrannt, rufen Sie einen Elektriker.

In diesem Beitrag erklären wir, was ein FI-Schalter eigentlich tut, welche Ursachen hinter einer Auslösung stecken, wie Sie ohne Werkzeug und ohne Risiko vorgehen und wann die Fehlersuche in Fachhände gehört.

Was ein FI-Schalter macht

Der FI-Schalter heißt korrekt Fehlerstromschutzschalter oder RCD. Er vergleicht ständig den Strom, der in einen Stromkreis hineinfließt, mit dem Strom, der zurückkommt. Im fehlerfreien Zustand sind beide gleich. Fließt ein Teil des Stroms über einen anderen Weg ab, etwa über das Gehäuse eines Geräts zum Schutzleiter oder im schlimmsten Fall über einen Menschen zur Erde, entsteht eine Differenz. Überschreitet sie den Auslösewert, schaltet der FI innerhalb von Sekundenbruchteilen ab.

In Wohnungen werden FI-Schalter mit einem Auslösestrom von 30 mA eingesetzt. Das ist so bemessen, dass ein Stromschlag in der Regel nicht lebensgefährlich wird. Daneben gibt es den Leitungsschutzschalter, oft einfach „Sicherung“ genannt. Er schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss, aber nicht den Menschen vor einem Stromschlag. Beide Schalter sitzen nebeneinander in der Verteilung und sehen ähnlich aus. Der FI hat in der Regel eine Prüftaste mit „T“.

SchalterErkenntSchütztTypisches Kennzeichen
FI-Schutzschalter (RCD)Fehlerströme gegen ErdeMenschen vor Stromschlag, BrandschutzPrüftaste „T“, Angabe 30 mA, meist 2 oder 4 Module breit
Leitungsschutzschalter (LS)Überlast und KurzschlussLeitungen vor ÜberhitzungAufdruck wie B16, 1 Modul breit
FI/LS-Kombischalterbeidesbeides für einen StromkreisPrüftaste und Aufdruck wie B16

In Neuinstallationen sind FI-Schutzschalter für Steckdosenstromkreise bis 32 A nach DIN VDE 0100-410 Pflicht. Ältere Anlagen haben Bestandsschutz. In vielen Häusern aus den 1960er und 1970er Jahren, wie man sie in Wiesloch, Leimen oder Sandhausen häufig findet, gibt es deshalb nur einen FI für Bad und Außenbereich oder gar keinen.

FI-Schalter löst aus: die häufigsten Ursachen

Ein FI löst fast nie „einfach so“ aus. Wenn er fällt, gibt es dafür einen Grund. Diese Ursachen begegnen uns am häufigsten:

UrsacheTypisches MusterWas Sie tun können
defektes Gerät (Wasserkocher, Waschmaschine, Geschirrspüler, Backofen)FI fällt, sobald das Gerät eingeschaltet wird oder heiztGerät ausstecken, nicht mehr benutzen, prüfen lassen
Feuchtigkeit in Außensteckdose, Gartenleuchte, TeichpumpeFI fällt bei Regen, nachts oder morgens bei TauAußenkreis abschalten, Elektriker rufen
beschädigte Leitung (Bohrloch, Nagel, Nager)FI fällt nach Handwerksarbeiten oder sofort beim Einschaltenbetroffenen Stromkreis abgeschaltet lassen, Elektriker rufen
Summe kleiner AbleitströmeFI fällt, wenn viele Geräte gleichzeitig laufen, z. B. IT, Netzteile, LEDVerteilung auf mehrere FI prüfen lassen
Überspannung bei Gewittereinmalige Auslösung während eines Gewitterswieder einschalten, beobachten
Installationsfehler (vertauschter Neutral- und Schutzleiter)FI fällt bei bestimmten Lasten, oft nach UmbautenElektriker rufen
FI selbst defektlässt sich auch ohne Last nicht einschalten oder Prüftaste reagiert nichtElektriker rufen

Defekte Geräte mit Heizstab

Geräte mit Heizelementen sind die Spitzenreiter. Bei Waschmaschine, Spülmaschine, Wasserkocher oder Backofen altert die Isolierung der Heizstäbe. Kleine Risse lassen Feuchtigkeit eindringen, und es fließt ein Fehlerstrom zum Gehäuse. Typisch ist, dass der FI nicht beim Einstecken fällt, sondern erst, wenn das Gerät anfängt zu heizen, bei der Waschmaschine also einige Minuten nach Programmstart.

Feuchtigkeit im Außenbereich

Außensteckdosen, Gartenbeleuchtung, Teichpumpen und Steckdosen in Carport oder Garage sind anfällig. Wenn der FI immer nach Regen, Starkregen oder in feuchten Herbstnächten fällt, ist das ein deutlicher Hinweis. Gerade in älteren Gärten der Region sind manche Erdkabel und Außenleuchten schon Jahrzehnte alt. Abdeckungen werden spröde, Dichtungen versagen.

Zu viele Geräte an einem FI

Jedes elektronische Gerät hat einen kleinen, normalen Ableitstrom. Computer, Fernseher, Netzteile, LED-Treiber und Wechselrichter summieren sich. Hängen sehr viele Stromkreise an einem einzigen FI, kann die Summe zusammen mit einem kleinen Fehler den Auslösewert erreichen. Die Lösung liegt dann nicht in einem „stärkeren“ FI, sondern in einer sinnvollen Aufteilung auf mehrere FI-Schalter.

Fehlersuche: Schritt für Schritt und ohne Risiko

Mit der folgenden Methode grenzen Sie die Ursache ein, ohne etwas zu öffnen. Sie brauchen dafür nur etwas Geduld und eine Taschenlampe.

  1. Ruhe bewahren und umsehen

    Gibt es Brandgeruch, Rauch, Wasser auf dem Boden oder ein Gerät, das gerade eingeschaltet wurde? Bei Brandgeruch oder Wasser in der Nähe von Elektrik nicht weitermachen, sondern Elektriker rufen.

  2. Alle Geräte vom Netz trennen

    Stecker aller Geräte im betroffenen Bereich ziehen, nicht nur ausschalten. Festangeschlossene Geräte wie Herd oder Durchlauferhitzer über ihren Leitungsschutzschalter abschalten.

  3. FI wieder einschalten

    Hebel einmal kräftig nach oben schieben. Hält er jetzt, liegt der Fehler sehr wahrscheinlich in einem der Geräte.

  4. Geräte einzeln wieder anschließen

    Ein Gerät nach dem anderen einstecken und einschalten. Fällt der FI, haben Sie den Verursacher gefunden. Das Gerät aussortieren und nicht weiter benutzen.

  5. Hält der FI auch ohne Geräte nicht?

    Dann alle Leitungsschutzschalter hinter dem FI ausschalten, FI einschalten und die Leitungsschutzschalter einzeln wieder zuschalten. Fällt der FI bei einem bestimmten Stromkreis, liegt der Fehler in dessen Leitungen oder Steckdosen.

  6. Betroffenen Stromkreis abgeschaltet lassen

    Den gefundenen Stromkreis ausgeschaltet lassen, die anderen können wieder in Betrieb. Danach einen Elektriker rufen, der die Leitung misst.

Notieren Sie, was Sie beobachtet haben: zu welcher Uhrzeit, bei welchem Wetter, welches Gerät gerade lief. Für den Elektriker sind diese Angaben sehr wertvoll und sparen Messzeit.

Ihr FI-Schalter lässt sich nicht mehr einschalten oder löst immer wieder aus? Rufen Sie uns an. Wir kommen in Wiesloch und Umgebung zur Fehlersuche mit Isolationsmessung.

Wann Sie einen Elektriker rufen sollten

  • Der FI lässt sich auch ohne angeschlossene Geräte nicht einschalten.
  • Ein ganzer Stromkreis löst den FI aus, ohne dass ein Gerät dranhängt.
  • Es riecht verbrannt, eine Steckdose ist warm oder verfärbt.
  • Der FI fällt unregelmäßig und ohne erkennbares Muster.
  • Die Auslösungen haben nach Bauarbeiten, Bohren oder einem Wasserschaden begonnen.
  • Die Prüftaste löst den FI nicht aus. Dann schützt er im Ernstfall nicht.
  • Wichtige Verbraucher wie Kühlschrank, Heizung oder Gefriertruhe sind betroffen und Sie finden die Ursache nicht.

Der Elektriker misst mit einem Isolationsmessgerät die Leitungen durch und findet so Fehler, die man von außen nicht sieht. Er prüft auch, ob der FI selbst noch korrekt auslöst, also bei welchem Fehlerstrom und in welcher Zeit. Das ist eine Messung, die Sie mit Hausmitteln nicht machen können. Wenn Sie in Wiesloch oder Umgebung Unterstützung brauchen, finden Sie auf unserer Seite Elektriker in Wiesloch alle Infos zu unseren Leistungen.

Den FI-Schalter regelmäßig testen

Ein FI ist ein mechanisches Bauteil. Wenn er jahrelang nicht schaltet, kann die Mechanik schwergängig werden. Hersteller empfehlen deshalb, die Prüftaste regelmäßig zu drücken, häufig wird etwa halbjährlich genannt. Der FI muss dabei sofort abschalten. Danach wieder einschalten, und gegebenenfalls Uhren an Herd und Mikrowelle neu stellen. Reagiert er nicht, muss er getauscht werden.

Eine Prüfung mit der Taste zeigt nur, dass die Mechanik funktioniert. Ob der FI beim richtigen Fehlerstrom und schnell genug auslöst, misst ein Elektrofachbetrieb bei einer Prüfung der Anlage. Für Vermieter und Gewerbetreibende ist eine wiederkehrende Prüfung ohnehin sinnvoll oder vorgeschrieben. Mehr dazu auf unserer Seite zum E-Check.

FI-Typen: A, F und B

Nicht jeder FI erkennt jeden Fehlerstrom. Für normale Haushaltsstromkreise reicht in der Regel der Typ A. Moderne Geräte mit Frequenzumrichtern, etwa manche Wärmepumpen oder Waschmaschinen, können Fehlerströme mit gemischten Frequenzen erzeugen, dafür gibt es den Typ F. Für Wallboxen ist der Typ B oder ein Typ A in Kombination mit einer Gleichfehlerstrom-Erkennung in der Wallbox vorgesehen. Welcher Typ an welcher Stelle sitzen muss, legt der Elektrofachbetrieb bei der Planung fest.

TypErkenntTypischer Einsatz
Typ AWechsel- und pulsierende GleichfehlerströmeStandard im Haushalt
Typ Fzusätzlich MischfrequenzenGeräte mit Frequenzumrichter
Typ Bzusätzlich glatte GleichfehlerströmeWallbox ohne DC-Erkennung, bestimmte Industrieanlagen

Was Sie besser nicht tun

  • Den FI-Hebel festhalten oder mehrmals schnell hintereinander einschalten. Wenn ein Fehler anliegt, fällt er zu Recht.
  • Einen FI durch einen Leitungsschutzschalter ersetzen oder überbrücken lassen. Damit fehlt der Schutz vor Stromschlag.
  • Ein Gerät, das den FI auslöst, weiter an einer anderen Steckdose ohne FI betreiben.
  • Nasse Außensteckdosen mit dem Föhn trocknen und dann wieder einschalten. Die Ursache bleibt bestehen.
  • Abdeckungen von Steckdosen oder Verteilung abschrauben, um „nur mal nachzusehen“.

Gerade der letzte Punkt ist gefährlich. Hinter jeder Abdeckung liegen blanke Anschlüsse. Wer an dieser Stelle selbst Hand anlegt, riskiert einen Stromschlag und verliert im Schadensfall unter Umständen den Versicherungsschutz.

Altbau ohne ausreichenden FI-Schutz

In älteren Häusern ist manchmal gar kein FI vorhanden, oder es gibt nur einen einzigen für das ganze Haus. Dann fällt bei einem Fehler entweder nichts ab, was gefährlich ist, oder gleich das ganze Haus. Eine Nachrüstung mit mehreren FI-Schaltern ist oft ohne große Umbauten möglich, wenn die Leitungen einen Schutzleiter haben. Fehlt der Schutzleiter, etwa bei zweiadrigen Leitungen aus der Nachkriegszeit, ist ein FI nur eingeschränkt wirksam. Dann lohnt es sich, über eine Erneuerung nachzudenken. Wie das ablaufen kann, lesen Sie in unserem Ratgeber Elektrik im Altbau erneuern.

Fazit

Ein auslösender FI-Schalter ist kein Defekt, sondern ein Warnsignal. Er hat seine Aufgabe erfüllt. Mit der Ausstecken-und-Zuschalten-Methode finden Sie die Ursache oft selbst, solange es ein Gerät ist. Liegt der Fehler in der festen Installation, gehört die Suche in die Hände eines Elektrofachbetriebs. Melden Sie sich gern über unsere Kontaktseite oder telefonisch, wenn Sie in Wiesloch, Walldorf, Nußloch oder Heidelberg Hilfe brauchen.

Häufige Fragen

Warum löst der FI-Schalter nachts aus?

Häufig steckt Feuchtigkeit dahinter, etwa Tau in Außensteckdosen oder Gartenleuchten. Auch Geräte, die nachts automatisch starten, wie Spülmaschine mit Zeitvorwahl, Boiler oder Gefriertruhe, kommen in Frage.

Kann ein FI-Schalter kaputtgehen?

Ja. FI-Schalter altern, die Mechanik kann schwergängig werden oder die Elektronik versagen. Wenn die Prüftaste nicht auslöst oder der FI sich auch ohne Last nicht einschalten lässt, muss er geprüft und gegebenenfalls getauscht werden.

Darf ich den FI-Schalter selbst austauschen?

Nein. Der Tausch erfordert Arbeiten in der geöffneten Verteilung und darf nur von einem eingetragenen Elektrofachbetrieb durchgeführt werden.

Was ist der Unterschied zwischen FI und Sicherung?

Der Leitungsschutzschalter, umgangssprachlich Sicherung, schützt Leitungen vor Überlast und Kurzschluss. Der FI-Schalter erkennt Fehlerströme und schützt Menschen vor gefährlichen Stromschlägen.

Wie oft sollte ich die Prüftaste drücken?

Hersteller empfehlen das regelmäßig, häufig wird etwa halbjährlich genannt. Maßgeblich ist die Angabe auf dem Gerät oder in der Anleitung.

Ist ein FI-Schalter im Altbau Pflicht?

Für bestehende Anlagen gilt Bestandsschutz. Bei Erweiterungen oder Erneuerungen von Steckdosenstromkreisen muss nach aktueller Norm ein FI eingebaut werden. Aus Sicherheitsgründen ist eine Nachrüstung auch ohne Pflicht sinnvoll.

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