Einen Zählerschrank erneuern müssen Sie in Wiesloch meist dann, wenn etwas Neues ans Netz soll: eine PV-Anlage, eine Wallbox oder eine Wärmepumpe. Der Netzbetreiber verlangt für neue Anlagen einen Zählerplatz nach seinen technischen Anschlussbedingungen (TAB) und der VDE-AR-N 4100. Ältere Schränke erfüllen diese Vorgaben oft nicht. Wir planen den neuen Zählerschrank, stimmen ihn mit dem Netzbetreiber ab und bauen ihn ein.
Woran Sie einen veralteten Zählerschrank erkennen
- Zähler auf einer Holzplatte oder Pertinaxplatte montiert
- Schraubsicherungen (Diazed oder Neozed) vor dem Zähler statt eines Hauptschalters
- Kein Feld für den anlagenseitigen Anschlussraum (APZ)
- Kein Platz für einen zweiten Zähler oder ein Smart-Meter-Gateway
- Kein Überspannungsschutz, kein FI-Schutzschalter im Verteiler
- Verfärbte Klemmen, spröde Leitungen oder Brandspuren
Treffen ein oder mehrere Punkte zu, heißt das nicht, dass sofort etwas passieren muss. Alte Anlagen haben Bestandsschutz, solange sie sicher sind und nicht verändert werden. Sobald Sie aber erweitern, gilt für den Anschluss die aktuelle Norm. Ob und wann eine Pflicht besteht, erklären wir im Ratgeber Zählerschrank erneuern: Pflicht oder nicht?.
Wann ein neuer Zählerschrank nötig wird
| Anlass | Warum der Zählerschrank betroffen ist |
|---|---|
| Neue PV-Anlage | Zweirichtungszähler, Platz für Anschluss und Überspannungsschutz |
| Wallbox oder Wärmepumpe | Eigene Absicherung, ggf. separater Zähler, Steuerung nach § 14a EnWG |
| Smart-Meter-Einbau | Platz für Zähler und Gateway nach aktuellen Vorgaben |
| Sanierung oder Hausanschluss erhöhen | Neuer Hausanschluss setzt aktuellen Zählerplatz voraus |
| Mängel oder Schäden | Sicherheit geht vor Bestandsschutz |
Ablauf beim Tausch
Zuerst sehen wir uns den vorhandenen Schrank, den Hausanschluss und Ihre geplanten Erweiterungen an. Danach planen wir den neuen Zählerschrank mit ausreichend Reserve, zum Beispiel für einen späteren Stromspeicher oder eine zweite Wallbox. Den Einbau melden wir beim Netzbetreiber an, denn für das Abklemmen und den Zählerwechsel braucht es dessen Zustimmung und meist einen Termin des Messstellenbetreibers.
Am Umbautag ist der Strom im Haus für einige Stunden weg. Wir bauen den alten Schrank aus, setzen den neuen, verdrahten Zählerplatz und Verteiler und prüfen alle Stromkreise. Ahmet Bilgin und Halil Tavsan machen diese Arbeit selbst. So wissen Sie, wer an Ihrem Hausanschluss gearbeitet hat.
Wichtig für Ihre Planung: Kühlschrank und Gefriertruhe überstehen ein paar Stunden ohne Strom, wenn sie geschlossen bleiben. Heizung, Router und Garagentor sind in dieser Zeit außer Betrieb. Wir sagen Ihnen vorher, wann es losgeht und wann der Strom wieder da ist.
Was in einen neuen Zählerschrank gehört
- Zählerplatz mit Dreipunktbefestigung oder Steckklemme für Zähler und später ein Gateway
- Oberer und unterer Anschlussraum nach VDE-AR-N 4100
- APZ-Feld für Kommunikations- und Steuertechnik
- Selektiver Hauptschalter (SH-Schalter) statt Schraubsicherungen
- Überspannungsschutz
- Verteilerfeld mit FI-Schutzschaltern und Reserve für neue Stromkreise
- Platz für Steuertechnik nach § 14a EnWG bei Wallbox oder Wärmepumpe
Welche Bauteile genau gefordert sind, regeln die TAB des jeweiligen Netzbetreibers. Wir planen den Schrank nach diesen Vorgaben und mit etwas Reserve, damit er auch die nächste Erweiterung aufnimmt.
Ein typischer Fall: In einem Reihenhaus aus den Siebziger Jahren sitzt der Zähler noch auf einer Holzplatte, davor drei Schraubsicherungen. Jetzt soll eine Wallbox kommen. Der Netzbetreiber stimmt der Meldung nur zu, wenn der Zählerplatz den aktuellen Vorgaben entspricht. Also wird zuerst der Zählerschrank erneuert, dann folgt die Wallbox. Wer beides zusammen plant, braucht nur einen Abschalttermin.
Smart Meter und Zählerschrank
Der Smart-Meter-Rollout läuft. Haushalte mit PV-Anlage, Wallbox, Wärmepumpe oder höherem Verbrauch sind früher an der Reihe. Ein moderner Zählerschrank hat Platz für Zähler und Gateway. Auch für die Begrenzung nach dem Solarspitzengesetz spielt der Smart Meter eine Rolle: Ohne ihn speisen neue PV-Anlagen nur 60 % ihrer Leistung ein. Wer den Zählerschrank ohnehin tauscht, legt damit die Grundlage. Wie PV, Speicher und Zählerschrank zusammenspielen, erklären wir auf der Seite Photovoltaik in Wiesloch.
Kosten für einen neuen Zählerschrank
Als Richtwert aus dem Markt kostet die Erneuerung eines Zählerschranks oft 1.500 bis 4.000 Euro. Das ersetzt kein Angebot. Der Preis hängt ab von der Zahl der Zählerplätze, der Größe des Verteilerfelds, dem Zustand der abgehenden Leitungen und davon, ob der Hausanschluss mit geändert wird. Wer gleichzeitig eine PV-Anlage bauen lässt, spart sich einen zweiten Termin.
Machen Sie ein Foto von Ihrem geöffneten Zählerschrank und schicken Sie es uns. Oft können wir schon daran sehen, was ansteht.






